Wie schaffst Du das alles? 5 essentielle Tips

Wie schaffst Du das alles? 5 essentielle Tips

Januar 3, 2020 0 Von KatjaSchmid

Vier Kinder, Partner, Arbeit, Haushalt, Zeit für Dich – wie machst Du das alles?

Ich kann gar nicht sagen, wie oft mir diese Frage schon gestellt wurde. Immer wieder sagen mir andere Mütter, dass sie oft schon Schwierigkeiten haben, mit zwei Kindern, oder nur einem, alles unter einen Hut zu kriegen. Und fragen mich, wie ich das eigentlich schaffe, manchmal auch mit etwas Bewunderung in der Stimme…

Deswegen kam mir die Idee, darüber zu schreiben und das zu teilen, was für mich – meistens! – funktioniert – vielleicht ist eine Anregung für Dich dabei oder Du fühlst Dich einfach inspiriert. Vorher muß ich aber noch eines loswerden: nämlich, ich bin weder eine Super-Frau, noch schaffe ich immer alles. Oft schaffe ich sogar gefühlt unglaublich wenig.

Vier Kinder – zwischen 2 und 11 Jahren – zu haben ist manchmal unglaublich fordernd. Alles unter einen Hut zu kriegen verlangt viel von mir und meinem Mann – und nein, wir werden nicht immer jedem Kind und sonst allem gerecht. Oft fühlt es sich so an, als hängen die einzelnen Bereiche am seidenen Faden und man versucht nur irgendwie, das Chaos zu kontrollieren. Also, wir sind absolut nicht perfekt – ICH bin absolut nicht perfekt, mein Zuhause ist nicht perfekt sauber und unser Auto auch nicht. Ich werde selten meinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht. Ich versuche dennoch aber immer das Beste, was ich im jeweiligen Moment geben kann, zu geben. Ich finde aber auch, es darf sich nicht immer alles nur um Haushalt und Kinder drehen – genauso wenig auch nur um die Arbeit oder andere Bereiche. Ich strebe Balance an…der Weg dahin ist aber eben auch oft recht steinig…und ich habe kein Patentrezept sondern nur meine eigenen Erfahrungen anzubieten…

Grundsätzlich hängt alles von der inneren Einstellung ab. Und das ist auch schon ein Teil meines ersten Tips:

Tip 1: Höre auf damit, alles perfekt machen zu wollen oder mit anderen mithalten zu wollen.

Für mich beginnen sowohl Effektivität als auch Wohlbefinden dort, wo ich meinen Perfektionismus und den Wunsch, alles richtig und für alle passend zu machen, loslasse. Früher habe ich mich oft mit anderen verglichen (und hin und wieder tue ich das auch heute noch, um mich selbst mal zu verorten und die eigenen Handlungen und Denkweisen im Vergleich mit anderen zu überprüfen – aber ständig nur zu anderen zu schauen und sich dann schlecht zu fühlen ist nicht gerade vorteilhaft) und versucht, mein Leben so zu gestalten, wie ich es bei anderen gesehen habe oder wie ich dachte, dass es „richtig“ und „perfekt“ wäre.

Heute sehe ich Vieles entspannter und konzentriere mich lieber auf mich und meine Familie, statt meine Energie damit zu verbrauchen, andere zu beobachten und mich schlecht zu fühlen, weil sie bestimmte Dinge besser, schöner, schneller, einfacher hinkriegen als ich. Das nimmt nämlich dann die Energie, selbst Lösungen und Wege zu finden, die zur eigenen Familie auch wirklich passen. (Und wer weiß, ob bei anderen das Gras wirklich grüner ist…) Außerdem ist doch das Leben kein Wettbewerb, oder? 😉

Tip 2: Nimm‘ Dir regelmäßig Zeit für Dich selbst.

Mein Tag beginnt normalerweise damit, dass ich nach dem Aufstehen direkt ins Bad gehe und mir dort etwa 15 Minuten Zeit nehme, die nur mir gehört: Duschen, etwas Bewegung, mich eincremen und dann anziehen. Diese Zeit ist für mich essentiell, weil ich damit zuerst meinen Akku auflade, bevor ich anderen meine Energie gebe. Vielleicht kennst Du das Beispiel mit der Sauerstoff-Maske…erst sich selbst versorgen, dann um andere kümmern. So versuche ich das – soweit möglich und so oft wie möglich – in meinem Leben umzusetzen.

Zudem nehme ich mir regelmäßig Zeit für meine eigenen Hobbies und Interessen. Ich gehe z.B. regelmäßig zum Gesangsunterricht, ab und zu zum Tanzen. Ich nehme mir auch immer wieder mal Zeit, um kreativ zu arbeiten, zu lesen, Freunde zu treffen oder auch einfach mal nichts zu tun. Ich glaube, dass das wirklich wichtig ist – ganz besonders als Mama von vielen Kindern. Der Druck, ständig etwas zu tun und ständig in Bewegung zu sein ist groß. Die Angst, nicht mithalten zu können oder verurteilt zu werden, wenn man Dinge vielleicht anders, langsamer, etc. macht als andere, kann einen lähmen. Ich möchte mich beidem nicht unterwerfen.

Tip 3: Überprüfe regelmäßig Deine innere Einstellung, Deine Gedanken und Deine Worte.

Wenn Du Dir immer wieder vorsagst, dass Du etwas nicht schaffst, etwas zu schwer ist oder Du keine Kraft hast, etc. – dann manifestierst Du genau diese Dinge auch in Deinem Leben. Es ist wichtig, positiv zu denken – auch wenn man sich natürlich mal schlecht fühlen „darf“ oder auch mal negative Gedanken haben darf – doch immer nur im Negativen zu verharren wird auf Dauer auch immer nur Negatives passieren lassen. Ich versuche täglich, immer direkt vor dem Einschlafen und direkt nach dem Aufwachen, konsequent positive Dinge für den Tag und für mein Leben generell zu visualisieren. Mir persönlich hilft das sehr, auch wenn es Tage gibt, an denen es mir schwer fällt, positiv zu bleiben. Aber dann gebe ich mir zum Beispiel einen Tag Zeit, um mich schlecht zu fühlen und konzentriere mich am nächsten Tag wieder auf die guten Dinge und das, was ich erreichen möchte.

Tip 4: Achte darauf, genügend Schlaf zu bekommen und Dich gut zu ernähren.

Ich versuche, unter der Woche möglichst um 22.00 Uhr oder auch etwas früher im Bett zu sein. Klappt nicht immer, aber meistens schon. Meist schlafe ich dann auch gleich ein, denn mein Tag ist lang und ausgefüllt. Sechs Uhr morgens klingelt mein Wecker und meistens stehe ich auch gleich um 6 Uhr auf (zumindest an Schultagen). Ich achte auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, hin und wieder Obst (ich mag lieber Gemüse und Nüsse), nicht zuviel Brot und Getreideprodukten, kaum Milchprodukten, sehr wenig Fleisch- und Wurstprodukten, wenig Zucker und Kaffee (Kaffee trinke ich – wenn überhaupt – dann maximal zwei Tassen am Tag mit viel Mandelmilch, wegen Migräne habe ich eine zeitlang auch mal gar keinen Kaffee getrunken). Ich esse außerdem wenig Snacks, kein Fast Food, trinke selten gesüßte Getränke und nehme auch wenig Alkohol zu mir. Mit dem Rauchen habe ich vor über 12 Jahren komplett aufgehört und auch nie wieder angefangen.

Meine Art der Ernährung hilft mir, mich körperlich relativ gut zu fühlen und – meistens – genügend Energie für den Tag zu haben. Ich merke es oft sofort, wenn ich mal ein paar Tage nicht so gut auf meine Ernährung geachtet habe. Außerdem nehme ich täglich zusätzlich Vitamin C und meist auch noch eine Mischung aus ätherischen Ölen als kleinen Boost von innen.

Natürlich sind auch gute Ernährung und genügend Schlaf nicht unbedingt eine Garantie dafür, dass man immer voller Energie ist. Dennoch ist beides hilfreich, wenn man jeden Tag einen vollen Terminkalender hat und ich merke deutlich, dass ich mich besser fühle, wenn ich gut auf meine Ernährung und auf ausreichend Schlaf achte. Und das kommt wiederum meiner Familie zugute.

Tip 5: Mach‘ Dir einen Plan und halte Dich dran.

Gerade für alles was den Haushalt betrifft und die Organisation des täglichen Lebens lohnt es sich, Pläne zu erstellen. Ich habe einen groben Essens-Plan, verschiedene Putzpläne, Aufgabenpläne für die Kinder, Listen für’s Einkaufen… Mir hilft das enorm, unseren Alltag etwas zu erleichtern und das unvermeidliche Großfamilien-Chaos zumindest etwas im Zaum zu halten.

Mir hilft es, meine unterschiedlichen Pläne in einem Ordner griffbereit zu halten, z.B. im Küchen- bzw. Essbereich. Dann kann ich immer mal nachschauen, wenn ich mich überfordert fühle. In meinem Ordner sind auch kleine Tips für kurze Aufgaben im Haushalt, die zwischen 5 und 15 Minuten dauern. Wenn es mal richtig chaotisch ist, hilft mir so eine kleine Aufgabe dabei, mich etwas besser zu fühlen und mich insoweit zu entlasten, dass ich nicht das Gefühl habe, ich muß nun meinen „großen“ Plan abarbeiten, obwohl um mich herum vier Kinder toben, spielen und schreien. Manchmal sind zwei kleine Aufgaben besser als eine große. Wenn die Kinder alle zuhause sind (z.B. in den Ferien) hat Putzen/Aufräumen nicht immer Priorität – lieber nehme ich dann meine Kinder fünfmal mehr am Tag in den Arm, als alle zwei Tage die Fenster zu putzen.

Was auch noch hilft (und mir zugegebenermaßen auch nicht so leicht fällt): Immer zuerst die unangenehmen Aufgaben machen. Es gibt Dinge im Haushalt, die schiebe ich gern so lange vor mir her, bis es nicht mehr geht. Oder ich sage mir „Das mach‘ ich dann später.“ – nur dass dann immer wieder was anderes dazwischen kommt. Die Lösung: Eine unangenehme Aufgabe machen und abhaken, dann wieder eine angenehmere Aufgabe machen. Und danach wieder eine unangenehme Aufgabe. Oder gleich alle unangenehmen Aufgaben für den Tag und dann mit einer angenehmen Sache belohnen. Da muß wohl jeder für sich rausfinden, was am besten geht und ich selbst bin da auch noch am ausprobieren und lernen…

Bonus-Tip: Nimm’s locker und mach’s Dir leicht.

Dieser zusätzliche Tip ist eigentlich eine Erweiterung von Tip 1 und dennoch Gold wert. Es gibt Tage, manchmal auch Wochen, da läuft nichts so wie man es sich vorgestellt hätte, da fühlt man sich durchweg schlapp und die Kinder machen eine Trotz-Phase nach der anderen durch. Vielleicht ist dann noch jemand krank oder man ist einfach emotional mitgenommen und innerlich aufgewühlt. In solchen Zeiten – und ja, bei vier Kindern ist das öfters der Fall – nehme ich alles so entspannt und locker wie möglich und konzentriere mich auf das Wesentliche.

Was den Punkt „Mach’s Dir leicht“ betrifft, so meine ich damit, dass es manchmal einfach so ist, dass kein Raum dafür bleibt, alles perfekt sauber, super ökologisch, nachhaltig, gesund und bedürfnisorientiert zu machen. Es hilft nichts, wenn Du als Frau und Mutter auf dem Zahnfleisch kriechst, aber dafür zum Beispiel das ganze Haus von oben bis unten porentief rein geputzt hast, Deine Kinder alle persönlich in den Schlaf begleitet hast und kein Geld für Lebensmittel oder die Rechnungen da ist, weil Du für alle Kinder eine komplette Garderobe aus bester Bio-Baumwolle gekauft hast. (Und ja, ich kann darüber genau so schreiben, denn ich hab sowas schon – zumindest ähnlich! – durch und aus falschem Idealismus schon Sachen gemacht, die dann letztendlich kontraproduktiv für das große Ganze, sprich den Familienfrieden und meinen inneren Frieden, waren.)

Ich habe für viele Dinge, die andere ökologisch, nachhaltig und bewußt denkende Mütter ganz selbstverständlich machen (z.B. selbst Waschmittel herstellen, alle Kinder immer persönlich einzeln in den Schlaf begleiten, usw.) oft weder die Zeit noch die Ausdauer. Deswegen mache ich es mir dann leicht – und auch bei uns gibt es ab und zu mal eine (Bio-)Fertigpizza oder (Bio-)Pommes zum Abendessen, Kleidung kaufe ich schon meistens gebraucht aber auch hin und wieder mal konventionell bei der schwedischen Bekleidungskette mit den zwei Buchstaben (1. weil preiswert und 2. weil ich da weiß, was ich hinsichtlich Qualität und Passform erwarten kann – und ja, ich weiß, dass diese Kleidung oft unter aus unserer Sicht schlimmen Bedingungen hergestellt wird, ABER auch die Menschen, die diese Kleidung herstellen, wollen von irgendwas leben und ich weiß nicht, ob es besser ist, die Kleidung dann nicht zu kaufen und damit zur Vernichtung und Verbrennung der unverkauften Kleidung beizutragen…ich finde hier die Frage nach ethischen und nachhaltigen Gesichtspunkten wirklich schwierig…und habe mich lange und intensiv mit diesen Themen beschäftigt, ohne eine wirkliche abschließende Lösung und Einschätzung gefunden zu haben. Bitte darüber keine Grundsatzdiskussionen!), ab und zu können die Kids mal einen ganzen Vormittag Serien anschauen oder zum Einschlafen statt der üblichen Gute-Nacht-Geschichte ein Hörbuch anhören. Was solls. Mein Waschmittel kaufe ich fertig im Drogeriemarkt, und dennoch begrüße und bewundere ich es, wenn es Menschen gibt, die es anders und zwar auf wirklich ökologische und nachhaltige Weise hinkriegen. Bei manchen Dingen bin ich einfach froh und dankbar, dass es sie bereits fertig zu kaufen gibt – und dennoch versuche ich auch dann und unter Einbeziehung meiner finanziellen Ressourcen die möglichst ökologische Variante zu nehmen.

Im Großen und Ganzen nehme ich mir die Freiheit, mich nicht zu sehr zu stressen und auf mich zu achten. Das trägt alles dazu bei, dass ich mit meiner eigenen Energie sparsam umgehe und meistens genügend Energie für alles andere habe.

Kannst Du mit meinen Tips etwas anfangen? Siehst Du manches so wie ich und manches ganz anders?

Vielleicht hast Du noch ein paar zusätzliche Tips, die Du teilen möchtest – dann tu das gern in den Kommentaren.

Einen schönen Tag!