Du kannst Deine Kinder nicht dazu bringen, sich besser zu benehmen, indem Du ihnen ein ungutes Gefühl gibst

Du kannst Deine Kinder nicht dazu bringen, sich besser zu benehmen, indem Du ihnen ein ungutes Gefühl gibst

Januar 30, 2020 2 Von KatjaSchmid

Wow…dieses Zitat habe ich letztens gefunden und es hat absolut den Nagel auf den Kopf getroffen. Wie oft versuchen wir denn, unsere Kinder dazu zu bringen, sich gut zu benehmen, indem wir sie kritisieren oder mit ihnen schimpfen?!

Puh, ich geb zu, dass ich da echt selbst noch einiges zu lernen habe…aber dieses Zitat oben hat mich tatsächlich sehr getroffen und nachdenklich gemacht, denn ich kann mich auch eher daran erinnern, dass ich für bestimmte Verhaltensweisen als Kind kritisiert wurde, statt dass meine Gefühle in Betracht gezogen wurden (Achtung, das ist kein Vorwurf an meine Eltern!).

Heute morgen gab es so eine Situation mit meiner jüngeren Tochter. Sie tendiert dazu, zu „bocken“, wenn sie sich von ihren Gefühlen überwältigt fühlt oder diese nicht einordnen kann. Sie wollte unbedingt ein großes Kuscheltier mit in die Schule nehmen und wir erklärten ihr, dass sie gerne ein kleines Kuscheltier mitnehmen kann, aber nicht den riesigen Hund.

Das führte dazu, dass sie sich weigerte, die Schuhe und Jacke anzuziehen und mitzukommen. Die erste Reaktion wäre in so einer Situation normalerweise gewesen, genervt zu sein und sie durch Aufforderungen oder Erklärungen dazu zu bringen, dass sie doch den großen Plüsch-Hund daheim läßt und sich mit einem kleinen Kuscheltier zufrieden gibt. Notfalls dann eben etwas nachdrücklicher.

Doch irgendwie spürte ich, dass sie innerlich etwas bewegte und dass es einen Grund dafür gab, dass sie unbedingt diesen Hund mitnehmen wollte. Sie konnte es nicht benennen, warum. Ihre Erklärungen schienen keinen Sinn zu ergeben. Gleichzeitig war sie für unsere rationalen Erklärungen überhaupt nicht zugänglich.

Ich erinnerte mich an das Zitat oben in der Überschrift und begab mich auf Augenhöhe mit ihr. Instinktiv spürte ich, dass sie sich von dem Plüsch-Hund Schutz erhoffte und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Das ist etwas, was sie schon einmal geäußert hatte, dass sie in der Schule etwas Angst hat (sie geht in die erste Klasse). Also versuchte ich so gut es mir gelang, das in Worte zu fassen, was sie wohl fühlte und stellte ihr Fragen dazu, die sie mit einem Kopfschütteln oder einem Nicken beantworten konnte, denn ihr fehlten buchstäblich die Worte.

Letztendlich halfen dieses Gespräch und die Zusage, dass sie nun ihren Plüschhund mitnehmen konnte, damit sie sich weniger ängstlich fühlt, dass sie sich nun problemlos anzog und gut gelaunt ins Auto setzte.

Mir selbst hat das vor Augen geführt, wie oft wir meinen, unseren Kindern UNSERE Sicht der Dinge und unsere rationalen Erklärungen aufzudrücken, statt wirklich zu schauen, wie sie sich fühlen und was ihnen hilft, um sich besser zu fühlen.

Ich glaube, dass hierin ein Schlüssel für eine bessere und effektivere Kommunikation und allgemein stabilere Beziehungen zwischen Menschen liegt. Auch im Beziehungstraining lege ich viel Wert darauf, insbesondere Frauen dafür zu sensibilisieren, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen, um damit stabilere und intensivere Beziehungen zu gestalten. (Achtung, es ist ganz wichtig, zu wissen, wie man dies genau macht – denn das Ganze kann auch nach Hinten losgehen!)

Hattest Du auch schon mal so ein Erlebnis mit Deinem Kind/Deinen Kindern?

Was sind Deine Erfahrungen damit?

Mir ist jedenfalls deutlich geworden, dass ich in diesem Bereich noch eine Menge lernen darf…und eine Veränderung passiert selten von heute auf morgen – zumindest nicht, wenn man tief sitzende Glaubens- und Verhaltensmuster in sich trägt (wie das bei jedem Menschen der Fall ist). Dennoch: die Erkenntnis ist ein erster Schritt hin zur Veränderung.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag,