Ein Plädoyer für’s Mama-Sein

Ein Plädoyer für’s Mama-Sein

Januar 8, 2020 0 Von KatjaSchmid

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, was mir wirklich am Herzen liegt:

Das Mama-Sein, und die geringe Wertschätzung, die Müttern oft zuteil wird.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich mich gefühlt habe, als ich vor etwa 8 Jahren zu einem Klassentreffen ging und einer der “Jungs” (ja, natürlich sind das heute alles Männer…) mich fragte, was ich denn inzwischen so mache oder ob ich etwa “nur Mutter sei”. Ich dachte erstmal ich hätte mich verhört, als er dann noch mit Begriffen wie “Herdprämie” und sonstigem um sich warf… Mir fiel es damals schwer, irgendwas darauf zu sagen, denn ich war tatsächlich zu diesem Zeitpunkt “nur” alleinerziehende Mutter eines knapp dreijährigen Mädchens, mein Partner war gerade zwei Jahre zuvor verstorben und ich hatte noch nicht den für mich richtigen Weg gefunden, das so zu erwähnen, dass ich nicht sofort mitleidige Blicke erntete und mein Gegenüber das Gespräch schnellstmöglich abbrach.

Ja, das kam damals tatsächlich oft vor und ich hatte auch erleben müssen, daas sich einstige Freundinnen von mir abwandten zu dieser Zeit, da sie einfach nicht wußten, wie sie damit umgehen sollten, dass ich in so jungen Jahren und auch noch so kurz nach der Geburt meines ersten Kindes schon so einen heftigen Verlust hatte erleben müssen.

Aber zurück zum Thema: “(Nur) Mutter sein…”

Als Mutter von inzwischen vier Kindern – die nicht selten auch mal schief angeschaut wird, wenn sie mit allen Kindern zusammen auf dem Spielplatz oder beim Einkaufen etc. ist – möchte ich heute mal was “loswerden”:

Ich wünsche mir etwas…

Ich wünsche mir, dass wertgeschätzt wird, was wir Mütter tagtäglich für unsere Kinder tun und “Mutter” als eine mitunter 24-Stunden-am-Tag fordernde Tätigkeit anerkannt wird.

Ich wünsche mir, dass es endlich Standard ist, dass auch Mütter, die Zuhause bleiben und sich selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern, als etwas Wertvolles in der Gesellschaft gesehen werden, statt müde belächelt – oder gar schockiert angeschaut – zu werden, weil man ja “nicht arbeitet” (wer sowas sagt, hat keine Ahnung wie der Alltag einer Mutter aussieht).

Ich wünsche mir, dass gerade diese Mütter eine angemessene und wertschätzende Kompensierung dafür erhalten, dass sie ihre Zeit, Energie, Kraft und Liebe aufbringen, um ihre Kinder selbst zu betreuen und zu erziehen.

Ich wünsche mir echte Alternativen – für mich ist es KEINE Alternative, wenn man für eine vier- bis fünfstündige Fremd-Betreuung eines Kindes unter 3 bis zu 400,00 Euro zahlt, und in der Zwischenzeit einem 450,00 Euro – Job nachgehen kann. Auch wenn manche der Meinung sind, dass man dann ja wenigstens etwas leistet, weil man ja arbeitet…ich und viele Mütter, die ich kenne, sehen das anders und fühlen sich mit solchen Gegebenheiten nicht wohl (und NEIN, das ist kein Vorwurf an die Betreuungseinrichtungen und deren Gebühren – diese sind in den meisten Fällen ihr Geld absolut wert!).

Ich wünsche mir, dass das gegenseitige Verurteilen unter Müttern und Frauen generell aufhört. Jede einzelne Mutter, die ich kenne, tut was sie kann für ihr/e Kind/er und handelt nach bestem Wissen und Gewissen. Es fühlt sich mittlerweile einfach nur noch erschreckend an, zu sehen, wie schnell mit dem Finger auf andere gezeigt wird, weil sie irgendwas vermeintlich nicht “richtig” machen oder sich das Kind/die Kinder mal daneben benimmt/benehmen, so als ob das bedeuten würde, dass die Mutter etwas falsch gemacht hat bzw. als ob sie als Mutter unfähig wäre. Kinder sind Kinder, Mütter sind Mütter. Und auch Mütter sind Menschen mit Gefühlen…

Ich wünsche mir, dass wir Mütter wieder an uns und unsere Intuition glauben. Dass wir unserem Gefühl vertrauen und uns nicht so schnell von anderen (auch nicht von Medien, Gesellschaft, etc.) verunsichern lassen. Ich wünsche mir, dass unsere Partner bzw. die Väter unserer Kinder anerkennen, was wir täglich leisten und wir auch von dieser Seite mehr Unterstützung bekommen, sei es durch Worte, Taten, Wertschätzung etc.

Ich wünsche mir, dass auch unsere Partner bzw. die Väter unserer Kinder lernen, uns und unserer Intuition zu vertrauen. Wir haben – neben unserer weiblichen Intuition – auch noch einen speziellen Mutterinstinkt, der uns leitet und uns immer wieder Eingebungen gibt in Bezug auf unsere Kinder. Oft wissen wir in schwierigen Situationen einfach instinktiv, was für unser Kind das Beste ist, oder welche Entscheidung wir treffen sollten. Das Gleiche gilt auch für die Großeltern unserer Kinder – ich wünsche mir auch in Bezug darauf, dass Müttern mehr vertraut wird, statt diese zu kritisieren und zu verunsichern.

(P.S.: Das soll nicht bedeuten, dass alle Partner, Väter und Großeltern noch „Verbesserungsbedarf“ hätten!!! Ich fasse hier in diesem Artikel eigene Gedanken, sowie Worte und Gedanken anderer Mütter, die ich kenne, zusammen.)

Eine Mutter ist immer durch ein unsichtbares Band mit ihrem Kind verbunden, sie spürt meistens, was es braucht und was richtig ist – dennoch fühlen sich viele Mütter von außen in eine bestimmte Richtung gelenkt und/oder nicht ausreichend unterstützt. Lasst uns das ändern!

Was sind Deine Gedanken zu diesem Thema?

Ich wünsch‘ Dir einen wunderbaren Tag!